Das ist die Carl-Schmincke-Straße in Eltingen, einem Teilort der Stadt Leonberg.

Chronik

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150 Jahre Vereinsgeschichte

150 Jahre Vereins-Geschichte

In ihrer jetzigen Form ist die Chorgemeinschaft Eltingen ein junger Verein. Ihre Geschichte, die mit dem ehemaligen Gesangverein „Liederkranz" aufs engste verknüpft ist, reicht aber bis zum Jahre 1860 zurück.


1860  Sangesfreudige Männer in Eltingen gründen den Gesangverein „Liederkranz", dessen Tradition heute die Chorgemeinschaft Eltingen weiterführt.

Die Chorgemeinschaft ist damit einer der ältesten Gesangvereine im Altkreis Leonberg.
Der Vorstand bei Gründung des „Liederkranzes" ist der Bauer Ernst Hartmann, der Dirigent (damals hieß es „Direktor") der damalige Schulmeister Matthias Eßlinger.

Leider sind aus der Jugendzeit des Liederkranzes keine Aufzeichnungen vorhanden. Nur aus mündlichen Überlieferungen und aus Zeitungsberichten des Stadt- und Amtsboten, des Glems- und Filderboten, der Feuerbacher Zeitung, der Glems- und Würmgauzeitung (den Vorläufern der Leonberger Kreiszeitung) stammen Beiträge, die zur Vervollständigung der Chronik bis zum Jahre 1912 beitragen.

1862  Am Feiertag, Simon und Judä, am 28. Oktober kann der Liederkranz seine erste Fahnenweihe abhalten.

Die Fahne wurde von den beiden Fräulein Baaß, (Försterstöchter), wohnhaft in der Bergstraße in Eltingen, kunstvoll gestickt.

Sie trägt auf der Vorderseite den Ortsnamen Eltingen, eine Lyra mit Eichenkranz und die Jahreszahl 1862.

Die Beschriftung der Rückseite lautet: „Gott, Arbeit, froher Muth und Treu, das sei unsere Melodei".
Diese alte Vereinsfahne ist das einzige, heute noch sichtbare Symbol aus der Gründungszeit des Liederkranzes.

Beim Fest der Fahnenweihe sind die Gesangvereine Flacht, Weissach, Leonberg (Liederkranz und Sängerbund), ferner Vertreter von Renningen, Botnang und anderen Orten anwesend.

1866  Im Dezember stirbt Dirigent Eßlinger. Wer sein Nachfolger war, überhaupt wer in den darauffolgenden Jahren den Verein geführt hat, ist unbekannt.

1867  Am 10. März wirkt der Liederkranz aus Anlass der Geburtstagsfeier Sr. Majestät des Königs von Württemberg im Gasthaus zum Ochsen mit durch Vortrag des Liedes „Wo ein Altar steht".

1869  Am Samstag, 19. Juli singt der Liederkranz auf dem Engelberg aus Anlass des Besuches der Jugendwehr Stuttgart.

1870  Teilnahme bei der Einweihung des Kepler-Denkmals in Weil der Stadt.

Die Anzahl der mitwirkenden Vereine ist beschränkt und die Eltinger Sänger „dürfen" nur daran teilnehmen, weil die Mutter des großen Astronomen, Katharine Kepler (Tochter des Schultheißen Guldenmann in Eltingen), eine gebürtige Eltingerin war. Wenige Monate nach ihrem Freispruch im Hexenprozeß starb sie am 13. April 1622 im 75. Lebensjahr in Leonberg und ist dort begraben.

Im Krieg 1870/71 und in den darauffolgenden Jahren verliert der Verein viele seiner eifrigsten Mitglieder durch den Tod, was die Einstellung der Singstunden zur Folge hat.

1878  Nach langer Unterbrechung bildet sich Anfang Januar wieder ein Liederkranz „bei wackeren Kräften".

Dieser neue Eltinger Liederkranz tritt als einer der ersten Vereine dem im gleichen Jahr sich konstituierenden Strohgäu-Sängerbund, der 15 Vereine umfasst, bei.

An der freien Zusammenkunft der Vereine des Strohgäu-Sängerbundes in Leonberg nimmt auch der Eltinger Liederkranz teil.

Nach Besprechung von Gauangelegenheiten Im „Schweizerhaus" ziehen die Vereine zum Engelberg, um dem Akt der Pflanzung der Sängerlinde beizuwohnen. Der Eltinger Liederkranz singt das Lied „Blitzende Speere".

1880  Teilnahme des Liederkranzes bei der Feier des neugegründeten Kriegervereins anlässlich der Geburtstagsfeier des Königs von Württemberg, gemeinschaftlicher Kirchgang unter zahlreicher Beteiligung der Bürgerschaft. Abends, nach Singen des Bundesliedes, nimmt der Verein an einem Fackelzug durch die Straßen des Orts zum Gasthaus zur Krone und an einem frohen Abend in „gelungener und heiterer Weise" teil.

Aus Anlass der Fahnenübergabe des älteren an den jüngeren Liederkranz findet am Ostermontag eine Feier statt, bei welcher der Liederkranz von Leonberg und der von Höfingen mitwirkt.
Die freundschaftlichen Beziehungen zwischen Leonberg und Eltingen waren nach Regelung der Markungsverhältnisse besser geworden.

Durch ein von beiden Gesangvereinen (Leonberg und Eltingen) dem Schultheißen Wunsch dargebrachte Ständchen kommt diese Gesinnung zum herzlichen Ausdruck.

Teilnahme beim Strohgäu-Sängerfest in Mönsheim am Pfingstmontag. Vierzig Vereine mit über 1 000 Sängern sind zu Gast. Fünf Vereine vom Altkreis Leonberg werden beim Preissingen ausgezeichnet, und zwar Rutesheim, Leonberg, Gerungen, Heimsheim und Eltingen.
Das Preislied der Eltinger heißt „Nun zu guter Letzt" unter dem Dirigenten Merkle.

1883  Vielenorts schieben sich die aufkommenden Kriegervereine in den Vordergrund und ziehen Mitglieder von Gesangvereinen in ihren Kreis.

Aus diesem Grund gibt der Liederkranz Eltingen seine Eigenständigkeit allmählich auf und bildet in den folgenden Jahren innerhalb des Kriegervereins und später beim Militärverein eine Gesangsabteilung.

Der Kriegerverein übernimmt die alte Liederkranzfahne und übergibt diese in den 90er-Jahren an den Militärverein.

1887  Am Jakobi-Feiertag, am 25. Juli, findet die Fahnenweihe des Kriegervereins Eltingen statt.

Kaufmann Ergenzinger hatte ein großes Baumgut in Richtung Fußweg Warmbronn als Festplatz zur Verfügung gestellt. Nach Vortrag des Bundeslieds durch den Krieger-Gesangverein Eltingen begrüßte Schultheiß Wunsch die zahlreich Erschienenen.

Der Vorstand, Gemeinderat und Geometer Röckle, hielt die Festrede, aus der hervorging, dass der Kriegerverein Eltingen im Februar 1880 gegründet wurde.

Anwesend waren 16 Vereine mit 600 Mann. Leonberg und Münchingen waren am stärksten vertreten.

Am 11. Oktober stirbt der bekannte Hundezüchter und Stadtrat Essig in Leonberg. Essig war ein eifriger Förderer der Sängersache. Er gründete 1858 den Gesangverein Flacht und hat in Leonberg das Kinderfest eingeführt. Bei seiner Beerdigung sind u. a. die Gesangvereine von Leonberg, Rutesneim, Ditzingen, Eltingen vertreten.

1890  Teilnahme beim 50-Jahr-Jubiläum des Liederkranz Leonberg am 3. August.
Teilnahme bei der Fahnenweihe des Gesangvereins „Frohsinn" Leonberg am 12. Oktober.
Der Kriegergesangverein Eltingen beteiligt sich am 50-Jahr-Jubiläum des Liederkranz Renningen.
In den folgenden Jahren wird die Sängertätigkeit der Eltinger Sänger innerhalb der Gesangsabteilung des Militärvereins fortgesetzt.

1903  In den ersten Jahren des neuen Jahrhunderts zeigt sich ein allgemeines Bedürfnis, den Liederkranz wieder auf eigene Beine zu stellen.

Politische Spannungen dürften mit ein Grund dafür sein. Das öffentliche Interesse an Krieger- und Militärvereinen verringert sich nach und nach.

1905  Der Liederkranz Eltingen wird mit viel Begeisterung zum zweiten Mal als selbständiger Gesangverein gegründet.

Die Gründer des Vereins sind: Christian Ziegler, Leonhardt Käumle, Ludwig Kühnle, Adolf Kicherer, Karl und Rudolf Mörk, Wilhelm Domonell, Friedrich Marquardt, Ernst Röckle, Wilhelm Röckle, Adolf Trugenberger, Willi Streicher, Gotthilf Ziegler.

Unter Vorstand Johannes Bay nimmt der Liederkranz Eltingen einen neuen Aufschwung.
Dirigent ist Lehrer Häffner. Dessen Nachfolger, Lehrer Wille, ist sichtlich bestrebt, den Chor mit seinen Leistungen auf eine beachtliche Höhe zu bringen.

Oft geben die Liederkränzler in Scharrers Waldhaus und später im Glemseck Proben ihres Könnens

 Im Dezember feiert der Eltinger Kriegerverein sein 25jähriges Bestehen und Bezirksobmann Hegele ehrt Vorstand Röckle für 25jährige Vorstandschaft.

Beim Festabend im Goldenen Adler wirken der Musikverein und die Sänger des Militärvereins (Vorstand Wendel, Dirigent Wille) mit. Teilweise singen Mitglieder des Militärgesangvereins gleichzeitig beim neugegründeten Liederkranz Eltingen
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1906  Der Liederkranz vollzieht den Anschluss an den Strohgäu-Sängerbund.

1907  Weihe einer neuen Fahne unter Mitwirkung vieler Gastvereine, des Eltinger Musikvereins und einer Militärkapelle von Ludwigsburg im „Krone"-Garten. (Der neuerbaute „Krone"-Saal konnte noch rechtzeitig bis zur Fahnenweihe fertiggestellt werden).

Die Festrede hält Oberlehrer Maier, Leonberg. Vereinsdirigent ist der Lehrer Hermann Wille. Der Chor zählt ca. 70 aktive Sänger.

Im Sommer tritt Oberlehrer Wilhelm Neumayer die erste Schulstelle bei der Volksschule Eltingen an und übernimmt gleichzeitig das Amt als Chorleiter beim Liederkranz Eltingen, welches er mit kurzer Unterbrechung 20 Jahre lang inne hat.

1908   Der Liederkranz erringt beim 16. Strohgäusängerfest in Zuffenhausen einen 1. Preis.

1910  Beim 17. Strohgäu-Sängerfest in Vaihingen/Enz erhält der Liederkranz einen Ehrenpreis.

1912  Besuch des 18. Strohgäu-Sängerfestes in Ditzingen.

1914  Beim 19. Strohgäu-Sängerfest in Rutesheim kann der Liederkzanz Eltingen im höheren Volksgesang einen beachtlichen 1 A-Preis erringen.

Über die Dauer des Weltkrieges ruht der Singstundenbetrieb. 30 Mitglieder werden ins Feld einberufen. Neun Sänger kehren nicht wieder zurück.

1919  wird die Vereinstätigkeit mit frischem Mut wieder aufgenommen.

Der Verein bemüht sich, Boden zu gewinnen. Mit eigenen Veranstaltungen, wie dem alljährlichen Sommerfest, Herbstfeier, Weihnachtsfeier oder gar größerem Konzert tritt der Verein wie in den Jahren vor dem Weltkrieg wieder an die Öffentlichkeit.

Auch werden öfters auswärtige Vereine bei deren Veranstaltungen besucht. So kann u. a. 1923 beim 23. Strohgäu-Sängerfest in Althengstett wieder ein erster Preis errungen werden.

1925  Der Liederkranz Eltingen 1905 feiert sein 20-jähriges (65) Stiftungsfest verbunden mit Wettgesang. Zwanzig Gesangvereine sind als Gäste vertreten.

1926  Beim 85-Jahr-Jubiläum des Liederkranzes Renningen fällt den   Eltinger Sängern wiederum ein 1. Preis zu.

1927  übernimmt Hauptlehrer Friedrich Conzelmann die musikalische Leitung des Vereins.
Mit Energie und Geschick führt er seine Sänger zu weiteren Erfolgen.

Beim 24. Gauliederfest in Malmsheim erringt der Liederkranz mit dem Lied „An einem Bächlein' einen 1. Preis.
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1928  Bei den Liederfesten in Heimsheim und Weil der Stadt und

1929  in Unterhaugstett je erhält der Verein einen la-Preis.

In den folgenden Jahren wird das Amt des Chorleiters und des Vorstands mehrfach neu besetzt. Neben der erfolgreichen Teilnahme an den Sängerfesten in Höfingen und Schwieberdingen im Jahre

1930  ist das 25jährige (70.) Stiftungsfest des Liederkranzes  unter Beteiligung  verschiedener Kreisvereine ein besonderes Ereignis.

1931  Teilnahme beim Gauliederfest Leonberg am 5. Juli.

Im November wird der Gemischte Chor ins Leben gerufen.

1934  Teilnahme beim Schwäbischen Sängerfest Heilbronn.

1936  30-jähriges (75.) Stiftungsfest des Liederkranz Eltingen mit Jubiläums-Konzert in Kirchners Garten. Siebzehn Gastvereine sind anwesend.

Der Liederkranz Eltingen  erhält eine Ehrenurkunde des Deutschen Sängerbundes zum 75-jährigen Bestehen.

In den Jahren bis zum Kriegsende lebt der Verein, wenn auch unter erschwerten Bedingungen, die durch den Krieg verursacht waren, weiter unter den Dirigenten Wilhelm Kurz, Eugen Störkle und Otto Mayer findet der Chorgesang weiterhin eine vorzügliche Pflege.

1945  Nach dem Zusammenbruch des Reiches ist zunächst auch das Schicksal des Vereins besiegelt.

1946  Die„Sport- und Kulturvereinigung Eltingen" wird gegründet , die sangesbegeisterten Männer und Frauen schließen sich dieser Vereinigung als Sängerabteilung an. Chorleiter ist Herr Schwenke aus Cannstatt.

Albert Hartmann wird am 18. August zum ersten Vorsitzenden gewählt.

1947  Im September wird beschlossen, den Namen Sängerabteilung in „Chorgemeinschaft" umzuwandeln. Im Mai übernimmt Chormeister Eugen Hennige, Zuffenhausen, die musikalische Leitung des Vereins.

1949  In der Generalversammlung der Chorgemeinschaft vom 15. Juni  wird die Trennung von der Sport- und Kulturvereinigung beschlossen und der Verein nimmt einen neuen Aufschwung.

Im Juli nimmt der Verein mit gutem Erfolg am Wertungssingen beim 1. Bundesliederfest des Württembergischen Sängerbundes in Ludwigsburg teil. Das Urteil der Wertungsrichter lautete für die Chorgemeinschaft:

Männerchor: Ansprechender und erfreulicher Gesamteindruck.
Gemischter Chor: Hocherfreulich und den üblichen Durchschnitt übertreffend. Der Dirigent hat wertvolle erzieherische Arbeit geleistet.

1951  Der Chorgemeinschaft wird die Durchführung des 1. Liederfestes des Keplergaues übertragen. Ein ausgezeichnetes Festprogramm unter Mitwirkung einer Ballettgruppe ist ein großer Erfolg. 30 Gastvereine waren anwesend.

1954  Ein Theaterabend mit Singspiel, bestritten mit eigenen Kräften des Vereins, und ein großer Walzer-Liederabend, begeistert das Publikum.

Die Aufgaben im kulturellen Leben der Gemeinde sind immer weiter geworden. Mit größeren Konzertveranstaltungen oder Lieder-Abenden tritt der Verein hin und wieder an die Öffentlichkeit.
Die alljährlichen, beliebten Sängerausflüge, auch über die Grenzen des Schwabenlandes hinaus werden zur Tradition.

An Familienabenden und Weihnachtsfeiern, an denen auch die Theatergruppe und die Zitherabteilung mitwirken, wird viel gesellige Unterhaltung gepflegt. Durch diese gemeinsam gestalteten Stunden ist die Chorgemeinschaft eine große Vereinsfamilie geworden.

1960  Die Chorgemeinschaft feiert ihr 100-jähriges Bestehen.

2010  Die Chorgemeinschaft feiert ihr 150-jähriges Bestehen.

 

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